Psychodrama und Schreiben

 

Wenn es um Worte geht, hilft Handeln oftmals weiter.

 

Im Psychodrama (griech. für Psyche - Seele und Drama - Handlung) werden äußere Ereignisse und inneres Erleben spielerisch inszeniert. Dies geschieht auf einer improvisierten Bühne, die in jedem Raum eingerichtet werden kann.

 

Das Spiel macht die subjektive Wirklichkeit des Protagonisten sichtbar, aber ebenso Beziehungsgeflechte und Prozesse. Über das Erleben und Ausprobieren neuer Handlungsmöglichkeiten wird kreative Veränderung möglich.

 

Das Spektrum psychodramatischer Arbeit reicht von der kleinen Geste über das Standbild (Skulptur) und die Einzelszene (Vignette) bis hin zum ausführlichen Spiel, bei dem ein Thema über mehrere Szenen hinweg entfaltet wird.

 

Beim Schreiben oder Erzählen kann das Psychodrama auf zwei Arten eingesetzt werden:

 

  • in der Entwicklung von Geschichten - Figuren werden ergründet und Plots entwickelt, indem der Schöpfer spielerisch in die Rollen seiner Figuren schlüpft. Diese Arbeit eignet sich für alle, die Geschichten lebendig machen möchten, zum Beispiel für Lehrer und Autoren.

 

  • in der Arbeit an der Schreibsituation - der Schreibende ergründet seine eigene Schreibsituation mit allem, was ihn darin fördert oder hemmt, und entdeckt neue Ressourcen. Diese Arbeit eignet sich für alle Arten von Schreibprojekten, für das Verfassen von Sachtexten ebenso wie von erzählenden Texten.

 

Das Psychodrama als kreatives Verfahren ist nicht mit dem gleichnamigen Filmgenre zu verwechseln. Begründet wurde es durch den Arzt, Psychotherapeuten und Philosophen Jakob Levy Moreno (1889-1974).

Es beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der Gruppenpsychotherapie.

Schon länger wird es auch in nichttherapeutischen Bereichen angewendet, etwa in der Beratung, Organisationsentwicklung und Erwachsenenbildung.

 

Einst ein reines Gruppenverfahren, wird das Psychodrama mittlerweile ebenso in der Arbeit mit Einzelnen genutzt, als so genanntes Monodrama. Statt der anderen Teilnehmer, die nach Vorgaben des Protagonisten Rollen in seinem Standbild oder seinem Spiel übernehmen, machen hier zum Beispiel Figuren und andere Symbole auf einer Tischbühne das jeweilige Thema erlebbar.

 

Sie möchten das Psychodrama für Ihr Schreiben nutzen? Ich freue mich, wenn Sie Kontakt aufnehmen.